Druckfrisch!! Unser neuer Halbjahresfolder zum 2. Halbjahr 2019 ist da! Auf zehn Seiten stellen wir euch 25 (!) Veranstaltungen von Juli bis Dezember 2019 im JAM vor! Ab sofort im JAM und vielen anderen Auslagestellen erhältlich!


Der Hamburger Lennart Hamann hat bei sommerlichen Temperaturen den „Slam am Jam“ im Innenhof des Jugend- und Kulturzentrums gewonnen. Im Dichterwettstreit setzte er sich in drei Runden vor zahlreichen Zuschauern durch. Bei bestem Sommerwetter waren die äußeren Umstände für einen Freiluft-Poetryslam perfekt. Dementsprechend war auch der Zuschauerzuspruch sehr gut und bei kühlen Getränken und leckerer Grillbratwurst waren fast alle Plätze im Innenhof des Jam besetzt.
Zunächst unterhielt die Münsteraner Musikerin Dalia Häßicke das Publikum mit nachdenklichen deutschen Texten und ruhigen Songs, in denen sie Akustikgitarre und Loopmaschine mit sanften Beats kombinierte. Danach stellte Moderator Jens Kotalla die einzelnen Slammer und die Bewertungskriterien des Wettstreits vor.
Insgesamt traten vier Slammer an, um dem Publikum ihre kurzen Texte mit frecher Schnauze und spitzer Zunge zu präsentieren. Zum einen war Luca Swieter aus Köln zu Gast, die vor zwei Jahren bereits bei einem Meppener Slam mitgewirkt hatte. Dazu gesellte sich Rahel Babic aus Amsterdam, die aber gebürtig aus Nordhorn stammt. Lennart Hamann war aus Hamburg angereist und der Slammer Stef aus Bochum.
In zwei Vorrunden und einer Finalrunde trugen alle vier Teilnehmer ein breites Potpourri unterschiedlichster Texte vor. Die Bandbreite an Themen reichte dabei von Umzügen in andere Städte, Schönheitswettbewerben und Kartoffelköniginnen, Jobs in Fastfoodläden bis hin zu queren Dates. Während die erste Runde noch eher humoristisch geprägt war, bot besonders der zweite Durchgang ernste Themen wie Zukunftsängste, zwischenmenschlichen Neid, Flüchtlingsschicksale, sowie selbstverletzendes Verhalten und psychische Probleme.
Letztendlich qualifizierten sich Lennart Hamann und Stef nach Jury- und Publikumswertungen für das Finale, in dem die beiden noch einmal sehr humorvoll und mit Augenzwinkern je einen Text über Bankdrücker beim Sport und eine Ode an das Brusthaar vortrugen. Beim Zuschauerapplaus hatte schließlich Lennart Hamann die Nase vorn und durfte sich feiern lassen.
Als Besonderheit übertrug das ehrenamtliche Team der Kleinstadtkinder rund um Stadtjugendpfleger Karsten Streeck die gesamte Veranstaltung live im Internet. Auch im Nachhinein ist die Übertragung für alle Interessierten noch abrufbar. (Text und Bild: Bernd Fischer, NOZ)
Musikfreunde, die sich am Dienstagabend zum Besuch im Jugend- und Kulturzentrum Jam entschlossen hatten, kamen beim Auftritt der Band Dréimire voll auf ihre Kosten. Das Trio aus dem irischen Dingle wusste mit musikalischer Virtuosität und einem breit gefächerten Stilmix zu begeistern, der weitaus mehr bot als reinen Irish Folk.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Manfred Büter vom veranstaltenden Verein Tourist Information Meppen e. V., überraschte Dréimire-Bassist Ben Janning das Publikum zunächst mit Ansagen in nahezu akzentfreiem Deutsch. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern Mattie Barker an der Gitarre und Clare Sands an Violine und Gesang startete das Trio anschließend eine faszinierende musikalische Reise durch Irish Folk, Gypsy Swing, Jazz, Pop, Rock, Funk und Weltmusik.
Was sich zunächst nach schon fast zu vielen Einflüssen anhört, wussten die drei jungen Iren allerdings perfekt in homogene Arrangements zu gießen, denen sie klar ihren eigenen Stempel aufdrückten. Ben Janning drückte es mit Augenzwinkern aus: „Wir spielen ein bisschen von allem.“ Begleitet von minimalster Percussion und jazzig-groovigen Bassläufen, wurde die Musik bestimmt durch das markante Fiddlespiel von Clare Sands und die virtuose Gitarre von Mattie Barker. Insbesondere letzterer zeigte sein beeindruckendes musikalisches Talent mit tollen Zupf- und Tappingtechniken, zu denen er in einem Solostück auch noch zeitgleich den Takt auf seinem Instrument klopfte.
Die Band wechselte in ihrer Setlist munter zwischen Eigenkompositionen und Traditionals sowie Stücken befreundeter Musiker und Coverversionen bekannter Künstler, wie zum Beispiel Django Reinhardt. Die meisten Songs wurden rein akustisch gespielt, gelegentlich sang Clare Sands aber auch und glänzte dabei insbesondere beim Song „Piece Of My Heart“ von Janis Joplin, aber auch bei einem eigenen viersprachigen Stück
Besucher aller Altersklassen sorgten für ein annähernd ausverkauftes Haus und das Publikum wusste die Qualität der Band absolut zu würdigen. Gegen Ende des Auftritts wurde mitgesungen und ‑geklatscht und nach einen beeindruckenden zweistündigen Auftritt und dem letzten Stück gab es berechtigte stehende Ovationen für Dréimire. (Text & Bild:: Bernd Fischer, NOZ)
Auf dem Tourplan von Hi! Spencer finden sich Städte wie Berlin, Hamburg, Köln und Dresden. Nun machte das Quintett aus Osnabrück nun Station in Meppen. Im Jugend- und Kulturzentrum Jam an der Bleiche wurden sie dabei von der Harener Band Wilderlife unterstützt. Durch ihren Auftritt stellten Wilderlife wahrscheinlich einen kleinen Meppen-Rekord auf, denn die Band spielte seit November letzten Jahres schon zum fünften Mal in der Kreisstadt. Eine Marke, die unter den hiesigen Bands in einem so kurzen Zeitraum sicherlich ihresgleichen sucht. Auf der Bühne präsentierten die Harener in einer halben Stunde Spielzeit ihren gekonnt poppigen Gitarrenrock, der beim Gesang übrigens hin und wieder an den erfolgreichen emsländischen Indie-Export Razz erinnert. Das stark vertretene Publikum wusste den Auftritt sehr zu schätzen.
Danach folgten Hi! Spencer, die in Meppen keine Unbekannten sind. 2017 waren sie zu Gast auf dem Kleinstadtfest und schon im April 2013 im alten Jam an der Königstraße. Letztgenannter Auftritt zog damals übrigens einen kleinen Verriss in einem Meppener Internetblog nach sich und Sänger Sven Bensmann wurde am vergangenen Freitag nicht müde in seinen Ansagen des Öfteren auf diesen Sachverhalt anzuspielen.
Besagter Sven Bensmann ist vielen Meppenern übrigens abseits von seiner Band bekannt, da er als Comedian und Moderator seit einigen Jahren die sehr erfolgreiche Veranstaltungsreihe „Kleinstadtcomedy“ in der Kreisstadt präsentiert. Ein Talent, das ihm bei Hi! Spencer zugutekommt, insbesondere in den Ansagen und komödiantisch vorgetragenen Verkaufshinweisen zum Bandmerch.
Musikalisch hatten die Osnabrücker ihr zweites Album im Gepäck und boten einen mainstreamorientierten Sound zwischen Indierock und Punk mit deutschen Texten, der ab und zu an Jupiter Jones erinnerte. Viele Fans waren von auswärts angereist, wie Autokennzeichen aus Leer und Aurich bewiesen. Von Beginn an wurde von den circa 130 Gästen begeistert mitgeklatscht und mitgesungen und das Stimmungslevel war entsprechend hoch. Das Team vom Jam fuhr dazu eine beeindruckende Lichtshow auf. Nach circa 90 Minuten spielten Hi! Spencer schließlich ihre letzte Zugabe, bei der fast das gesamte Publikum noch einmal den Text mitsang und so einen gelungenen Konzertabend würdig abschloss.
Wer Hi! Spencer am vergangenen Freitag verpasst hat, kann das am 27. Juli auf dem Meppener Kleinstadtfestival nachholen, denn dort werden die Osnabrücker ebenfalls auf der Bühne stehen. Das weitere Programm im Jam umfasst in den kommenden Wochen Irish Folk mit Dréimire (28. Mai), Punkrock auf dem „Booze Cruise Pre Fest Vol. III“ (6. Juni) und Poetry Slam beim „Slam am Jam“ (14. Juni). Informationen zu den Veranstaltungen gibt es unter: www.jam-meppen.de. (Text und Bild: Bernd Fischer, NOZ).
Am Sonntag hat der Kinderliedermacher Alex Schmeisser im JAM für ein volles Haus und begeistertes Publikum gesorgt. Der Mainzer brachte die Meppener Kinder und Familien mit seiner handgemachter Musik unter dem Motto “Lieder aus dem Koffer” zum Mitsingen und Mittanzen. Das JAM-Team versorgte die Besucher mit einem Familienfrühstück zum Selbstkostenpreis. Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch eine Zuwendung vom ehemaligen Familenverband Emsland.
Viele Freunde, Verwandte und dazu natürlich die vielen Fans der Meppener Band Wonderland haben zusammen mit den Musikern das 25jährige Bestehen der Rock-Pop-Kapelle im Meppener JAM gefeiert.
Ingo Brümmer, Martin Tranel, Karsten Streeck, Christoph Beckering und Carsten de Groot, haben bei ihrem Jubiläums-Gig auch mehrere „musikalische Wegbegleiter“ auf die JAM-Bühne geholt, und so wurde es ein groovendes Happening für alle, die an diesem Samstagabend dabei waren. Natürlich standen sämtliche selbst geschriebenen Wonderlandhits wie „Morning Light“, „Heartland“ und „Stay“ auf der Setlist der Meppener Band. Eingeleitet wurde das Jubiläumskonzert mit einem atmosphärischen Synthesizer-Sample-Intro und einer Fotocollage auf der Leinwand hinter den Musikern. Bei „Feel“ ging es dann für die Musiker „On Stage“.
Neu bei Wonderland ist, dass die jetzt auch einige deutsche Lieder ins Programm aufgenommen haben, etwa „Novembertag“, das auf ihrer zweiten Platte als hidden Track zu hören war. Dazu gab es die Uraufführungen von „Alles auf Anfang“, „Wunder geschehen“ und „Solange du da bist“. Und auch der älteste Wonderland-Song „Every Day“ durfte nicht fehlen. Es gab dynamische Rockmucke, den Sound der 1990er und romantischen Balladen aufs Ohr. Das alles im knackigen Sound und mit musikhandwerklichem Können.
Auch die musikalischen „Bühnengäste“ Ulrich Kaßburg, Eike Kumbrink, Jens Wekenborg, Anna Schröer, Christian Ahlers, Volker Brümmer und Jonas Egbers zeigten was sie so drauf haben und ernteten dafür lauten Szenenapplaus.
Das war eine spannende, unterhaltsame Zeitreise, beginnend in den späten 1980ern bis hinein in die Gegenwart und „Wonderland-Zukunft“, gespickt mit akustischen und bildlichen Erinnerungen. (Text: G. Mecklenborg, NOZ)
Auch in diesem Jahr möchte die Stadt Meppen wieder ein aufregendes und abwechslungsreiches Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche in Meppen anbieten. Damit die Umsetzung möglich ist, ist das Jugend- und Kulturzentrum JAM auf die Unterstützung und Mithilfe von Vereinen, sonstigen Organisatoren und Privatpersonen angewiesen.
Wer zwischen dem 4. Juli 2019 und dem 14. August 2019 am Sommerferienprogramm mitwirken möchte, kann bis Montag, 8. April 2019 unter www.ferienprogramm-meppen.de einen Meldebogen ausfüllen oder sich zu den Öffnungszeiten des JAM, An der Bleiche 3 melden. Fragen zum Ferienprogramm beantworten Lisa Schulte unter Telefon 05931/153436 und Sandra Thien unter Telefon 05931/153435 oder per E‑Mail an ferienprogramm@meppen.de. Allgemeine Informationen können unter www.ferienprogramm-meppen.de eingesehen werden. Neben den sich schon seit Jahren bewährten Veranstaltungen wie Kreativ- oder Sportangebote sowie Besichtigungen ist die Stadt Meppen offen und dankbar über neue Ideen und Angebote.
Zu einem Freiluft-Atelier ist an drei Tagen das Jugend- und Kulturzentrum Jam in Meppen geworden. Urban-Art-Künstler gestalteten hier insgesamt 26 Werke, die ab Herbst 2019 quasi als Dauerausstellung die Wände der dann neu gestalteten Meppener Bahnhofspassage zieren sollen. Ein prüfender Blick, dann der Griff zur Spraydose. Zischend gelangt die Farbe auf die Tafel, wird flächig oder als Kontur aufgetragen. Nach ein paar Sekunden wird innegehalten, ein Schritt zurückgemacht, begutachtet. Wieder mit prüfendem Blick. (Text und Bild: Tim Gallandi, NOZ)
Solche Szenen spielten sich am Wochenende auf dem Jam-Gelände vielfach ab. Den kreisrunden Innenhof des Gebäudes säumten von innen wie außen insgesamt 26 Metalltafeln. Anfangs noch leer, wurden die zwei mal drei Meter großen Platten mit urbaner Kunst versehen. Was dabei entstanden ist, verkörpert stilistische Vielfalt und lässt sich ab dem kommenden Herbst dauerhaft in der Unterführung des Meppener Bahnhofs betrachten.
iele sprechen von Graffiti, wobei das jedoch ein dehnbarer Überbegriff ist. Hinsichtlich des Sprayens und Malens als künstlerischer Ausdruck sprechen Kenner von Street-Art oder Urban-Art, also Straßenkunst oder urbane Kunst. Den Begriff Urban-Art bevorzugt auch Oliver Bartelds. Der aus Ostfriesland stammende Wahl-Hamburger ist studierter Soziologe und arbeitet in der Unternehmensberatung. Daneben gehört er seit mehr als 20 Jahren der Street-Art-Szene an. Beim Meppener Projekt fungiert er als Kurator. Im Auftrag von Meppener Bauamt und Jam trommelte Bartelds sechs Künstler zusammen: Amit 2.0, Arndt & Grumbowski, Moritz G. Green, Rookie und Tasek. Sie sind teils auch als Grafikdesigner oder Illustratoren tätig und haben durch ihr Schaffen internationales Renommee erlangt: Galerien stellen ihre Werke aus, Kommunen stellen ihnen Flächen zur Gestaltung bereit — so jetzt auch Meppen. Über seine Auswahl sagt Bartelds: Qualität, Reputation der Künstler und sein persönlicher Geschmack spielten dabei eine Rolle, genau wie eine stilistisch breite Fächerung: von Buchstaben-Graffiti, die vor bald 50 Jahren in New York die Keimzelle dessen bildete, was inzwischen Urban-Art ist, bis zu gegenständlichen Werken. Eine Spanne zwischen Abstraktion und Konkretem, wie sie es sie auch in anderen Bereichen moderner bildender Kunst gibt. Ein prüfender Blick, dann der Griff zur Spraydose. Zischend gelangt die Farbe auf die Tafel, wird flächig oder als Kontur aufgetragen. Nach ein paar Sekunden wird innegehalten, ein Schritt zurückgemacht, begutachtet. Wieder mit prüfendem Blick.
Solche Szenen spielten sich am Wochenende auf dem Jam-Gelände vielfach ab. Den kreisrunden Innenhof des Gebäudes säumten von innen wie außen insgesamt 26 Metalltafeln. Anfangs noch leer, wurden die zwei mal drei Meter großen Platten mit urbaner Kunst versehen. Was dabei entstanden ist, verkörpert stilistische Vielfalt und lässt sich ab dem kommenden Herbst dauerhaft in der Unterführung des Meppener Bahnhofs betrachten. Am ersten der drei Arbeitstage stand eine Ortsbegehung an, wurde der künftige Ausstellungsort besichtigt. “Jeder kam schon mit Ideen hierher”, sagt Bartelds. Dann aber galt es, sich auszutauschen, schließlich sollen die fertigen Werke (die bei allen Unterschieden eine Gemeinsamkeit haben: das Motto “Begegnung”) miteinander korrespondieren. Später stand die Frage im Raum, was wo genau hängen soll. Das Motiv des Bahnhofs als Begegnungsort war schon am zweiten Tag in den Werken von Rookie unübersehbar: Lok, Koffer, Blick auf die Uhr — hier griff der Urban-Art-Künstler und Illustrator teils die Ikonografie des (Bahn-)Reisens auf. Rookie alias Robert Matzke war aus Münster zur Gestaltungsaktion angereist, alle übrigen Mitwirkenden aus Hamburg. Mit Grumbowski, der bürgerlich Benjamin Stemmer heißt, befand sich unter den Künstlern auch jemand mit (im weitesten Sinne) Meppener Wurzeln: Sein Vater ist hier aufgewachsen, wohingegen er selbst aus Bremen stammt, aber als Kind und Jugendlicher häufig bei seiner Großmutter in Schwefingen war und noch weitere Verwandten in der Region hat. Nun will er dazu beitragen, Meppen auf die Karte der Urban-Art zu setzen. “Urban-Art schärft die Wahrnehmung von öffentlichem Raum”, sagt Bartelds. “Da bietet Meppen mit einem guten Lichtkonzept gute Möglichkeiten.” Die neue Beleuchtung ist ein wichtiger Aspekt bei der in dieser Woche startenden Sanierung der Bahnhofspassage. Sobald sie abgeschlossen ist, was im Herbst der Fall sein soll, werden die Werke installiert — 13 auf jeder Seite.



























Über 30 ehrenamtliche Helfer kamen um 17. März im JAM zusammen, um eine neue Planungsrunde zum Kleinstadtfestival 2019 einzuläuten. Das Besondere an diesem Festival ist die Beteiligung der Jugendlichen in nahezu allen Bereichen. So wurden in Teams Einzelheiten für die Vorbereitung und Durchführung des Großereignisses am 27. Juli im Meppener Freibad geplant. Tickets gibt es für 25,- € unter kleinstadtfestival.de.
Für zahlreiche Gags, gekonnte Pointen und das Lachen von mehr als 580 Zuschauern haben bei der Kleinstadtcomedy im Meppener Theater vier Comedians und Moderator Sven Bensmann gesorgt. (T. & B.: H. Schepers, NOZ)
Bensmann moderierte die Show bereits zum fünften Mal – gewohnt souverän. Mit gekonnten Gags, originellen Gesangsdarbietungen und witzigen Spielen zwischen den Comedy-Auftritten schaffte er es, das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Dass dabei der eine oder andere Scherz auf Kosten eines Zuschauers ging oder der Moderator über emsländische Eigenarten witzelte, nahm das Publikum lachend hin. Eine wahre Gagsalve feuerte Bensmann ab, als er Witze zu Melodien der Band Echt vorsang, während ihn Jan Niermann am Klavier begleitete. Das Publikum honorierte seine Auftritte mit dröhnendem Gelächter und viel Applaus.
Tobi Freudenthal startete als erster Comedian an diesem Abend und gewann das Publikum schnell mit seiner sympathischen und humorgeladenen Sicht auf die Welt für sich. Ein festes Thema hatte er nicht, sondern plauderte munter über Dinge, die ihn beschäftigen, etwa wie Forscher herausfinden, warum viele Eisbären Linkshänder sind oder über seine Angst nach einem Horrorfilmabend. „Kennt ihr das, wenn ihr einen Horrorfilm wie Halloween geschaut habt und dann abends vor dem Spiegel steht und euch nicht mehr traut hochzusehen?“, fragte Freudenthal das Publikum. „Es könnte ja ein Killer hinter euch stehen.“ Er selbst ducke sich dann und laufe automatisch wie eine Krabbe unter dem Spiegel her. „Natürlich ist das völlig absurd. Wenn da wirklich ein Killer steht, beeindruckt den das doch nicht, dass ich wie eine Krabbe laufe. Der haut mir höchstens erst die Scheren ab und bringt mich dann trotzdem um.“
Der gelernte Buchhalter Tim Whelan gestand, dass er vor seinem Berufswechsel zum Comedian beim Smalltalk auf Partys nicht unbedingt punkten konnte. „Wenn jemand fragt, was du arbeitest und du antwortest, dass du Buchalter bist, heißt es oft: Tschüss“, berichtete Whelan und ergänzte: „Heute kann ich sagen, dass ich Comedian bin. Dann sagen die Leute: Komisch, du siehst aus wie ein Buchhalter.“ Daneben ließ sich der Engländer genüsslich über britische und deutsche Eigenarten aus. Er selbst sei kein britischer Patriot. Nur in einem Punkt habe er etwas mit seinen Landsleuten gemeinsam: „Ich bin mal eingeschlafen und als ich aufwachte, hatte ich einen furchtbaren Sonnenbrand. Dabei waren es 16 Grad, es war bewölkt, ich war in meiner Wohnung und nur das Licht in meiner Kühlschranktür brannte.“ Gelungen waren auch Whelans originelle Gesangsdarbietungen.
Falk Schug ließ seine Erfahrungen als Sozialarbeiter in sein Comedy-Programm einfließen. „Wenn ich die Kids frage, was ein Sozialarbeiter macht, höre ich immer, dass das ein Sozialhilfeempfänger ist, der arbeitet. Was den Lohn angeht, könnte das sogar stimmen“, sagte Schug. Manchmal müsse er die Namen von Kindern aus Problemfamilien aufnehmen. Einmal habe er eine Mutter befragt, die alle ihre sieben Kinder Sascha genannt hatte. Auf die Frage, was die Mutter mache, wenn sie nur ein bestimmtes Kind herrufen wolle, habe diese geantwortet: „Dann ruf ich sie beim Nachnamen.“ Daneben kamen Themen wie Ritalin oder das Nasepopeln auf, das nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen weit verbreitet sei, wie Schug feststellte. „Ich habe mal eine Frau im Auto gesehen, die war richtig hübsch, aber die war am Bohren. Ich dachte, der Finger in ihrer Nase kommt gleich aus dem Kofferraum wieder raus.“
Zum Ende des Abends legte Benni Stark mit seinem Auftritt noch einmal kräftig nach. Der ehemalige Herrenausstatter nahm die kleinen Tücken des Alltags und die aberwitzigen Begebenheiten seines Familien- und Beziehungslebens aufs Korn und traf damit genau den Nerv des Publikums, das aus dem Lachen nicht mehr herauskam. So berichtete Stark von seiner 83-jährigen Oma, die mit ihrem trockenen Humor ständig für Wirbel sorge: „Meine Oma hat sich neulich einen Laptop gekauft. Der Verkäufer fragt, ob sie eine Garantieverlängerung möchte. Meine Oma: Sind sie verrückt? In meinem Alter kauft man nicht mal mehr grüne Bananen.“
Als Klamottenverkäufer habe er in seinen Berufsalltag so manche absurde Situation erlebt. „Wenn die Frau mit ihrem Mann in den Laden kommt, hat Mann hat ja grundsätzlich nichts mehr zu sagen“, stellte Stark fest. Innerhalb von Minuten sichte die Gattin die gesamte Ladenauslage. „Die Dame hat dann zehn bis hundert Anzüge im Arm. Die nächsten Kunden fragen schon, wo die Herrenabteilung ist und ich so: In der Umkleidekabine.“
Die Zuschauer zeigten sich begeistert und honorierten den gelungenen Auftritt der Comedians am Ende der Veranstaltung mit minutenlangem Applaus. 2020 sei eine weitere Auflage der Kleinstadtcomedy in Meppen geplant, wie Bensmann ankündigte.
Tickets gibt es bei TIM, im JAM oder online hier!