Gefühlvolle Frauenpower führt zum Sieg

Am ver­gan­ge­nen Sams­tag­abend fand der ers­te Mep­pe­ner Song Slam im Jam statt, bei dem Lean­der Karu­so (Osna­brück), Tim Ger­rits (Müns­ter), Kira Hum­men (Bochum), Jone­then Fuchs (Dres­den) und Dalia Häßi­cke (Müns­ter) gegen­ein­an­der antra­ten. Der Mode­ra­tor Jens Kotal­la führ­te das Publi­kum durch den Abend.

Besu­cher der bis­he­ri­gen Poe­try Slams kann­ten das Pro­ze­de­re bereits, denn auch bei dem Song Slam tra­ten die ange­reis­ten Musiker/innen in meh­re­ren Run­den gegen­ein­an­der an. Das Publi­kum konn­te als Jury jeden Auf­tritt mit­hil­fe eines Punk­te­sys­tems bewer­ten und die Musiker/innen mit den meis­ten Punk­ten kamen in die nächs­te Run­de. Obwohl allen Auf­trit­ten kräf­ti­ger Applaus folg­te, bil­de­ten sich bereits nach der ers­ten Run­de Publi­kums­lieb­lin­ge her­aus, die sich dann auch mit Best­punkt­zahl bis ins Fina­le sin­gen konn­ten. So stan­den Kira Hum­men und Dalia Häßi­cke im Fina­le nach zwei Vor­run­den erneut auf der Büh­ne und san­gen um den Sieg.  Auch im Fina­le erhiel­ten bei­de Frau­en die glei­che Anzahl an Punk­ten, sodass sie sich den Sieg am Ende des Abends ver­dien­ter­ma­ßen teil­ten.

Die bei­den Gewin­ne­rin­nen zeig­ten sich am Ende der Ver­an­stal­tung begeis­tert:  „Ich habe mich gefreut, heu­te hier  im JAM in die­sem genia­len Ambi­en­te auf­tre­ten zu dür­fen“, resü­mier­te Dalia Häß­e­ke den Abend. Auch Mode­ra­tor Jens Kotal­la, der zuvor auch schon die Poe­try Slams am JAM mode­riert hat­te und nun das ers­te Mal durch den Song Slam führ­te, beton­te: „Ich hat­te wie­der ein­mal  Spaß an der Ver­an­stal­tung und hof­fe auch eine Fort­set­zung im nächs­ten Jahr“.

Der Song Slam ist also eine Ver­an­stal­tung, die Publi­kum und Musiker/innen glei­cher­ma­ßen Freu­de berei­te­te, und bedarf einer Wie­der­ho­lung.

Kleinstadtfestival in Meppen feiert furiose Premiere

(Aus der NOZ: Tim Gal­lan­di  Bernd Fischer)
Ein Tag statt zwei Aben­de, zwölf Bands, elf Stun­den Musik – und 2500 Besu­cher und Mit­wir­ken­de waren dabei: Das Mep­pe­ner Klein­stadt­fes­ti­val als ver­grö­ßer­te Ver­si­on des frü­he­ren Klein­stadt­fes­tes hat auf dem Frei­bad­ge­län­de am Jam eine Pre­mie­re gefei­ert, die aller­hand Ver­gnü­gen berei­te­te.

Das Schuh­werk reich­te von Chucks bis Bir­ken­stocks, die T‑S­hirt-Logos ver­wie­sen auf Ramo­nes und Buz­z­cocks, Metal­li­ca und Dead Ken­ne­dys, Beat­les und Wacken. Ein sehr viel­fäl­ti­ges Publi­kum hat­te sich am Sams­tag zwi­schen Jam und Frei­bad in Mep­pen ein­ge­fun­den. Das Mep­pe­ner Jugend­zen­trum Jam und die Klein­stadt­kin­der – ein Team aus gut und ger­ne 80 Ehren­amt­li­chen – brach­ten sie zusam­men. Der Hit­ze­wel­le zum Trotz wur­de aus­gie­big getanzt. So aus­gie­big, dass bis in den Abend hin­ein ab und zu Was­ser aus dem Schlauch Abküh­lung berei­ten muss­te.

Hel­fer, Spon­so­ren, Gäs­te und Bands mit­ge­rech­net, waren nach Ver­an­stal­ter-Anga­ben rund 2500 Leu­te auf dem Gelän­de. Bes­tes Fes­ti­val­wet­ter, fried­li­che, ent­spann­te Atmo­sphä­re vor dem Pan­ora­ma der Stadt­wall-Bäu­me – am Drum­her­um stimm­te nahe­zu alles. Nicht opti­mal war allein eine logis­ti­sche Sache: Wäh­rend die Geträn­ke-Ver­sor­gung pro­blem­los ver­lief, gab es ledig­lich einen ein­zi­gen Essens­stand; zu lan­ge Schlan­gen und War­te­zei­ten waren die Fol­ge. Das kann bes­ser wer­den.

Band für Band

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Bei Tem­pe­ra­tu­ren von knapp über 30 Grad Cel­si­us waren The Hawaii­ans mit ihrem tro­pi­schen Band­na­men offen­sicht­lich der per­fek­te Ope­ner. Den eigent­li­chen undank­ba­ren Platz als ers­te Band wuss­te Front­mann Bep­po Ama­ret­to mit Augen­zwin­kern zu neh­men: „Wir wer­den eine Head­li­ner-Show spie­len, nur halt als ers­tes!“ Dem­entspre­chend zock­te das Trio aus Wes­ter­kap­peln und Mep­pen in 30 Minu­ten ohne nen­nens­wer­te Pau­se sport­li­che 16 Lie­der und bescher­te den frü­hen Besu­chern mit einem Mix aus Ramo­nes-inspi­rier­tem Drei-Akkord-Punk­rock und Six­ties-Bub­ble­gum-Sound bereits eini­ge Sing­a­longs und Ohr­wür­mer. Als Gast wur­de in der ers­ten Rei­he unter ande­rem Gui­do Donot gesich­tet.

Der Sound änder­te sich anschlie­ßend mit Eisen­karl, der Mep­pe­ner Insti­tu­ti­on im Bereich Metal- und Hard­rock-Cover. Erst im Mai hat­te sich die Band vom alten Front­mann getrennt, es durf­te also vor­ab gerät­selt wer­den wer beim Klein­stadt­fes­ti­val für das Mikro­fon zustän­dig sein wür­de. Letzt­end­lich teil­ten sich die Gitar­rist Domi­nik und Bas­sist Nil­le alle Gesän­ge in einem Klas­si­ker­set und mach­ten das auch ganz beacht­lich. Ohne­hin konn­ten sich Eisen­karl auch an die­sem Tag auf ihre Mep­pe­ner Fan­ba­se ver­las­sen, sodass trotz Som­mer­hit­ze ers­te ech­te Par­ty­stim­mung auf­kam. Der neue Sän­ger wird sei­ne Feu­er­tau­fe übri­gens Ende des Jah­res beim Christ­mas Metal Mee­ting haben, der Vor­ver­kauf dafür beginnt am 1. August.

Wei­ter ging es mit den Mep­pen­ern Against Ran­dy, die sozu­sa­gen zum Inven­tar gehö­ren. Sie haben seit 2013 bei jedem Klein­stadt­fest gespielt und gin­gen folg­lich am Sams­tag in „das ver­flix­te sieb­te Jahr“. Die Jungs absol­vier­ten den Auf­tritt mit ihrem par­ty­taug­li­chen Alter­na­ti­ve­rock aber natür­lich cool wie immer und gaben damit qua­si bereits die Visi­ten­kar­te für 2020 ab.

Kleinstadtfestival Meppen

Mit Hi! Spen­cer folg­ten eben­falls alte Bekann­te. Die Osna­brü­cker Band war bereits 2017 auf dem Klein­stadt­fest zu Gast und spiel­te noch im Mai die­sen Jah­res eine erfolg­rei­che Club­show im Jam. Auch am Sams­tag zün­de­te ihr deutsch­spra­chi­ger Indie­punk sehr gut, und es war zu mer­ken, dass vie­le Zuschau­er wegen ihnen ange­reist waren. Sän­ger Sven Bens­mann ist über­re­gio­nal auch als Come­di­an bekannt und wird im März 2020 die sechs­te Auf­la­ge der Mep­pe­ner Klein­stadt­co­me­dy prä­sen­tie­ren.

Als Nächs­tes gab sich ein Mann mit klang­vol­lem (Künstler-)Namen die Ehre. CJ Ramo­ne war in der Spät­pha­se der New Yor­ker Punk­rock-Iko­nen Ramo­nes deren Bas­sist; nun hält er deren musi­ka­li­sches Erbe lebendig.Ergänzt durch eine Hand­voll eige­ne Songs wie “Stand Up”, jag­ten CJ und sei­ne Band vor­wie­gend durch die klas­si­sche Ramo­nes-Ära der spä­ten 70er und frü­hen 80er – und das eben­so läs­sig wie atem­be­rau­bend tem­po­reich: “Rocka­way Beach”, “Com­man­do”, “I Wan­na Be Seda­ted”, “Blitz­krieg Bop”, alles dabei. Das Publi­kum ging begeis­tert mit, und im Pogo-Mosh­pit vor der Büh­ne wur­de reich­lich Staub auf­ge­wir­belt.

Das Hip-Hop-Ban­ner hiel­ten anschlie­ßend Wee­kend und sei­ne Crew hoch. Der Gel­sen­kir­che­ner, bür­ger­lich Chris­toph Wie­gand, stell­te denn auch zu Anfang fest: “Wir sind die ver­rück­ten Rap­per, die sich auf ein Punk­kon­zert trauen.”Im neu­en Jam war Wee­kend schon bei des­sen Eröff­nung 2017 auf­ge­tre­ten, und auch dies­mal zele­brier­te er Nor­ma­li­tät und Beschei­den­heit als Anti­the­se zum prot­zen­den Gangs­ta-Rap. Und skan­dier­te: “Das hier ist Leben wie auf Klas­sen­fahrt.” Sei­ner Auf­for­de­rung, ein paar Hip-Hop-Moves zu machen, kam die Men­ge ohne Zögern nach. “Yeah, und schon ist es ein Hip-Hop-Kon­zert”, kom­men­tier­te Wee­kend.

Black Fea­thers” und “Tur­ning Shadows” hat­te es mehr als drei Jah­re nicht mehr live in der Regi­on zu hören gege­ben. Beim Klein­stadt­fes­ti­val, an dem sie zum ers­ten Mal mit­wirk­ten, änder­ten Razz die­sen Umstand. Das Ohr­wurm-erzeu­gen­de Riff von “Could Sleep” eröff­ne­te die Show, mit der die über­re­gio­nal bekann­tes­te Band aus dem Ems­land, inzwi­schen in Ber­lin ansäs­sig, ihr Wie­der­se­hen mit den Fans in der alten Hei­mat fei­er­te.

Für die­se gab es ein Wie­der­hö­ren mit dem gerad­li­ni­gen Indie­rock samt ein paar Elek­tro-Ein­flüs­sen, dazu als Signa­tur-Ele­ment Niklas Kei­sers ein­präg­sa­me Stim­me. Neben Bekann­tem wie “Let It In, Let It Out” prä­sen­tier­ten Razz auch Kost­pro­ben neu­er Stü­cke, denn sie arbei­ten an ihrem drit­ten Stu­dio­al­bum.

Abge­se­hen von CJ Ramo­ne, der aber gera­de auf Deutsch­land­tour war, hat­ten Itchy den wei­tes­ten Weg nach Mep­pen zurück­ge­legt: aus dem schwä­bi­schen Eis­lin­gen an der Fils. Und anders als Razz bei deren Heim­spiel muss­te sich das Trio, obwohl Head­li­ner, nach eige­nem Bekun­den “die Aner­ken­nung erst erspie­len”.

Das fiel ihnen mit ener­gie­ge­la­de­nen Indierock­songs zum Mit­fei­ern – à la “Why Still Bother” – vor einer Men­ge text­si­che­rer Fans nicht schwer. Für das sozi­al­kri­ti­sche “The Sea” mach­ten Gitar­rist Sib­bi und Bas­sist Pan­zer einen Aus­flug ins Publi­kum, spann­ten Kon­zert­be­su­cher Roland ein, der schon bei CJ Ramo­ne uner­müd­lich ein “Gab­ba Gab­ba Hey”-Schild geschwenkt hat­te, und brach­ten die Men­ge zu einer Art Sit-in inklu­si­ve Smart­pho­ne-Lich­tern.

Mit einem von Ska- und Reg­gae-Ele­men­ten durch­zo­ge­nen Punk­rock-Kon­zert, das die Mas­se ein­mal mehr zum Tan­zen brach­te, war­te­ten Son­da­schu­le auf. Die Trup­pe aus dem Ruhr­ge­biet um Front­mann Cos­ta Can­na­bis pro­pa­gier­te musi­ka­lisch eine nur schein­bar “Schö­ne neue Welt”, nahm mit in die nach ihrem Emp­fin­den welt­schöns­te Stadt “Ams­ter­dam” und trau­er­te im melan­cho­li­schen “RIP Audio” der ana­lo­gen Musik­welt nach.

Wäh­rend sich all das auf der Haupt­büh­ne und drum­her­um abspiel­te, über­brück­ten auf der benach­bar­ten Con­tai­ner­büh­ne Acoustic Steel und Civil Cou­ra­ge die Zeit wäh­rend der Umbau­pau­sen. Acoustic Steel boten akus­ti­sche Ver­sio­nen von Rock- und Metal-Klas­si­kern, von Jour­neys “Don’t Stop Belie­vin’” bis zum vom Publi­kum inbrüns­tig mit­ge­sun­ge­nen “Das Schlimms­te ist, wenn das Bier alle ist” von Die Kas­sie­rer.

Civil Cou­ra­ge aus Läh­den wie­der­um spiel­ten unter ande­rem das Titel­stück ihres Albums “Wie Bud Spen­cer und Terence Hill”, lie­ßen mit “Blau-Wei­ße Macht” die Fans des SV Mep­pen schwel­gen und cover­ten den Ärz­te-Klas­si­ker “Schrei nach Lie­be”.

Das Fina­le bestrit­ten dann Mont­re­al. Die drei Han­sea­ten schleu­der­ten flot­ten Punk­rock in die Men­ge, beschwo­ren die “Walk­man Revo­lu­ti­on”, erklär­ten “Kino” zur unge­eig­nets­ten Aus­geh-Opti­on am Wochen­en­de. Am lau­tes­ten mit­ge­sun­gen wur­de indes ihr eigen­wil­li­ges Cover­stück “Katha­ri­ne, Katha­ri­ne”.

Ein amt­li­cher Abschluss nach elf Fes­ti­val­stun­den. Ger­ne wie­der – das gilt für Mont­re­als Gig wie für das Klein­stadt­fes­ti­val ins­ge­samt.

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Drones aus Großbritannien zum fünften Mal in Meppen

Im Jugend- und Kul­tur­zen­trum Jam Mep­pen waren alte Bekann­te auf der Büh­ne. Die Lon­do­ner Band Dro­nes war bereits zum fünf­ten Mal in der Kreis­stadt zu Gast und wuss­te auch die­ses Mal das Publi­kum zu begeis­tern. Unter­stützt wur­den sie von den Lokal­bands Coun­try Club Kil­ling Machi­ne und The Boar.

Den musi­ka­li­schen Anfang des Abends bestrit­ten vor cir­ca 120 Gäs­ten Coun­try Club Kil­ling Machi­ne aus Mep­pen. Das Pro­jekt trat bereits im Febru­ar mit Akus­tik­co­ver­songs beim „Rock­pa­last unplug­ged“ Kon­zert auf. Seit­dem hat sich das Per­so­nal­ka­rus­sell aller­dings gedreht und so war an die­sem Abend mit Tom­my (Gesang), Mar­kus (Gitar­re), Robert (Gitar­re) und Johan­nes (Schlag­zeug) fast die kom­plet­te letz­te Beset­zung der auf­ge­lös­ten Distan­ce Remains auf der Büh­ne. 

Am Bass wur­de die For­ma­ti­on durch Ron­nie von Against Ran­dy kom­plet­tiert und prä­sen­tier­te ein voll­elek­tri­sches Cover­set, bei dem unter ande­rem Songs von Jim­my Eat World und Taking Back Sunday gespielt wur­den. Die Band nutz­te ihren Heim­vor­teil gekonnt aus und das Publi­kum ging ordent­lich mit. Als Höhe­punkt der Show wur­den Boy­sets­fire geco­vert und Sän­ger Tom­my lie­fer­te im Zuschau­er­raum gemein­sam mit dem Mep­pe­ner Singer/Songwriter Jonas Egbers ein beein­dru­cken­des Gesangs­du­ett ab. Danach stan­den bei The Boar eben­falls Cover­stü­cke auf dem Pro­gramm. Wäh­rend Coun­try Club Kil­ling Machi­ne aber eher die Emo­core-Schie­ne bedien­ten, fokus­sie­ren sich The Boar seit jeher auf eher klas­si­schen Punk­rock à la Mis­fits und Ramo­nes über Neun­zi­ger-Klas­si­ker wie Pen­ny­wi­se, Off­spring und Bad Reli­gi­on hin zu neue­ren Songs von Fei­ne Sah­ne Fisch­fi­let oder Beat­steaks. Ein leich­ter Pro­be­rück­stand war dem Quin­tett zwar anzu­mer­ken, aber auch die­ser Auf­tritt kam beim Publi­kum gut an.

Die Dro­nes gaben anschlie­ßend zum fünf­ten Mal den wür­di­gen Head­li­ner in Mep­pen. Die Auf­trit­te der Band las­sen sich kei­nes­wegs als „same pro­ce­du­re as every year“ abtun, denn die Lon­do­ner geben jedes Mal alles auf der Büh­ne und beein­druck­ten erneut mit einer agi­len und explo­si­ven Show. Dem­entspre­chend unter­nah­men nicht nur bei­de Gitar­ris­ten wie­der eif­rig Aus­flü­ge ins Pogo tan­zen­de Publi­kum son­dern auch Sän­ge­rin Lois ließ sich beim Crowd­sur­fen wie­der auf Mep­pe­ner Hän­den tra­gen. Dazu prä­sen­tier­te die Band exklu­siv brand­neue Songs vom kom­men­den Album, die zum ers­ten Mal live gespielt wur­den. Das Publi­kum fei­er­te die Dro­nes ent­spre­chend und erleb­te einen exzel­len­ten Punk­rock­abend. Wer sich Tickets im Vor­ver­kauf bei der Band gesi­chert hat­te, durf­te sich außer­dem über ein spe­zi­el­les T‑Shirt mit Mep­pen-Design freu­en.

Die Show dien­te gleich­zei­tig als Warm-Up-Kon­zert für das Klein­stadt­fes­ti­val am kom­men­den Sams­tag (27. Juli). Die Klein­stadt­kin­der ver­los­ten noch ein­mal ver­schie­de­ne Prei­se am Glücks­rad und freu­en sich auf vie­le Gäs­te beim Open Air. Infos zum Fes­ti­val fin­den sich auf: www.kleinstadtfestival.de

Text und Bil­der: Bernd Fischer (NOZ)

Hamburger gewinnt den „Slam am Jam“ in Meppen

Der Ham­bur­ger Lenn­art Hamann hat bei som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren den „Slam am Jam“ im Innen­hof des Jugend- und Kul­tur­zen­trums gewon­nen. Im Dich­ter­wett­streit setz­te er sich in drei Run­den vor zahl­rei­chen Zuschau­ern durch. Bei bes­tem Som­mer­wet­ter waren die äuße­ren Umstän­de für einen Frei­luft-Poe­trys­lam per­fekt. Dem­entspre­chend war auch der Zuschau­er­zu­spruch sehr gut und bei küh­len Geträn­ken und lecke­rer Grill­brat­wurst waren fast alle Plät­ze im Innen­hof des Jam besetzt.
Zunächst unter­hielt die Müns­te­ra­ner Musi­ke­rin Dalia Häßi­cke das Publi­kum mit nach­denk­li­chen deut­schen Tex­ten und ruhi­gen Songs, in denen sie Akus­tik­gi­tar­re und Loop­ma­schi­ne mit sanf­ten Beats kom­bi­nier­te. Danach stell­te Mode­ra­tor Jens Kotal­la die ein­zel­nen Slam­mer und die Bewer­tungs­kri­te­ri­en des Wett­streits vor.

Ins­ge­samt tra­ten vier Slam­mer an, um dem Publi­kum ihre kur­zen Tex­te mit fre­cher Schnau­ze und spit­zer Zun­ge zu prä­sen­tie­ren. Zum einen war Luca Swie­ter aus Köln zu Gast, die vor zwei Jah­ren bereits bei einem Mep­pe­ner Slam mit­ge­wirkt hat­te. Dazu gesell­te sich Rahel Babic aus Ams­ter­dam, die aber gebür­tig aus Nord­horn stammt. Lenn­art Hamann war aus Ham­burg ange­reist und der Slam­mer Stef aus Bochum.

In zwei Vor­run­den und einer Final­run­de tru­gen alle vier Teil­neh­mer ein brei­tes Pot­pour­ri unter­schied­lichs­ter Tex­te vor. Die Band­brei­te an The­men reich­te dabei von Umzü­gen in ande­re Städ­te, Schön­heits­wett­be­wer­ben und Kar­tof­fel­kö­ni­gin­nen, Jobs in Fast­food­lä­den bis hin zu que­ren Dates. Wäh­rend die ers­te Run­de noch eher humo­ris­tisch geprägt war, bot beson­ders der zwei­te Durch­gang erns­te The­men wie Zukunfts­ängs­te, zwi­schen­mensch­li­chen Neid, Flücht­lings­schick­sa­le, sowie selbst­ver­let­zen­des Ver­hal­ten und psy­chi­sche Pro­ble­me.

Letzt­end­lich qua­li­fi­zier­ten sich Lenn­art Hamann und Stef nach Jury- und Publi­kums­wer­tun­gen für das Fina­le, in dem die bei­den noch ein­mal sehr humor­voll und mit Augen­zwin­kern je einen Text über Bank­drü­cker beim Sport und eine Ode an das Brust­haar vor­tru­gen. Beim Zuschau­er­ap­plaus hat­te schließ­lich Lenn­art Hamann die Nase vorn und durf­te sich fei­ern las­sen.

Als Beson­der­heit über­trug das ehren­amt­li­che Team der Klein­stadt­kin­der rund um Stadt­ju­gend­pfle­ger Kars­ten Stre­eck die gesam­te Ver­an­stal­tung live im Inter­net. Auch im Nach­hin­ein ist die Über­tra­gung für alle Inter­es­sier­ten noch abruf­bar. (Text und Bild: Bernd Fischer, NOZ)

 

Dréimire beeindruckten im JAM

Musik­freun­de, die sich am Diens­tag­abend zum Besuch im Jugend- und Kul­tur­zen­trum Jam ent­schlos­sen hat­ten, kamen beim Auf­tritt der Band Dréi­mi­re voll auf ihre Kos­ten. Das Trio aus dem iri­schen Ding­le wuss­te mit musi­ka­li­scher Vir­tuo­si­tät und einem breit gefä­cher­ten Stil­mix zu begeis­tern, der weit­aus mehr bot als rei­nen Irish Folk.

Nach einer kur­zen Begrü­ßung durch Man­fred Büter vom ver­an­stal­ten­den Ver­ein Tou­rist Infor­ma­ti­on Mep­pen e. V., über­rasch­te Dréi­mi­re-Bas­sist Ben Jan­ning das Publi­kum zunächst mit Ansa­gen in nahe­zu akzent­frei­em Deutsch. Gemein­sam mit sei­nen Mit­strei­tern Mat­tie Bar­ker an der Gitar­re und Cla­re Sands an Vio­li­ne und Gesang star­te­te das Trio anschlie­ßend eine fas­zi­nie­ren­de musi­ka­li­sche Rei­se durch Irish Folk, Gyp­sy Swing, Jazz, Pop, Rock, Funk und Welt­mu­sik.

Was sich zunächst nach schon fast zu vie­len Ein­flüs­sen anhört, wuss­ten die drei jun­gen Iren aller­dings per­fekt in homo­ge­ne Arran­ge­ments zu gie­ßen, denen sie klar ihren eige­nen Stem­pel auf­drück­ten. Ben Jan­ning drück­te es mit Augen­zwin­kern aus: „Wir spie­len ein biss­chen von allem.“ Beglei­tet von mini­mals­ter Per­cus­sion und jaz­zig-groo­vi­gen Bass­läu­fen, wur­de die Musik bestimmt durch das mar­kan­te Fidd­le­spiel von Cla­re Sands und die vir­tuo­se Gitar­re von Mat­tie Bar­ker. Ins­be­son­de­re letz­te­rer zeig­te sein beein­dru­cken­des musi­ka­li­sches Talent mit tol­len Zupf- und Tap­ping­tech­ni­ken, zu denen er in einem Solo­stück auch noch zeit­gleich den Takt auf sei­nem Instru­ment klopf­te.

Die Band wech­sel­te in ihrer Set­list mun­ter zwi­schen Eigen­kom­po­si­tio­nen und Tra­di­tio­nals sowie Stü­cken befreun­de­ter Musi­ker und Cover­ver­sio­nen bekann­ter Künst­ler, wie zum Bei­spiel Djan­go Rein­hardt. Die meis­ten Songs wur­den rein akus­tisch gespielt, gele­gent­lich sang Cla­re Sands aber auch und glänz­te dabei ins­be­son­de­re beim Song „Pie­ce Of My Heart“ von Janis Jop­lin, aber auch bei einem eige­nen vier­spra­chi­gen Stück

Besu­cher aller Alters­klas­sen sorg­ten für ein annä­hernd aus­ver­kauf­tes Haus und das Publi­kum wuss­te die Qua­li­tät der Band abso­lut zu wür­di­gen. Gegen Ende des Auf­tritts wur­de mit­ge­sun­gen und ‑geklatscht und nach einen beein­dru­cken­den zwei­stün­di­gen Auf­tritt und dem letz­ten Stück gab es berech­tig­te ste­hen­de Ova­tio­nen für Dréi­mi­re. (Text & Bild:: Bernd Fischer, NOZ)

Hi! Spencer auf Tourstop im JAM

Auf dem Tour­plan von Hi! Spen­cer fin­den sich Städ­te wie Ber­lin, Ham­burg, Köln und Dres­den. Nun mach­te das Quin­tett aus Osna­brück nun Sta­ti­on in Mep­pen. Im Jugend- und Kul­tur­zen­trum Jam an der Blei­che wur­den sie dabei von der Hare­ner Band Wil­der­li­fe unter­stützt. Durch ihren Auf­tritt stell­ten Wil­der­li­fe wahr­schein­lich einen klei­nen Mep­pen-Rekord auf, denn die Band spiel­te seit Novem­ber letz­ten Jah­res schon zum fünf­ten Mal in der Kreis­stadt. Eine Mar­ke, die unter den hie­si­gen Bands in einem so kur­zen Zeit­raum sicher­lich ihres­glei­chen sucht. Auf der Büh­ne prä­sen­tier­ten die Hare­ner in einer hal­ben Stun­de Spiel­zeit ihren gekonnt pop­pi­gen Gitar­ren­rock, der beim Gesang übri­gens hin und wie­der an den erfolg­rei­chen ems­län­di­schen Indie-Export Razz erin­nert. Das stark ver­tre­te­ne Publi­kum wuss­te den Auf­tritt sehr zu schät­zen.

Danach folg­ten Hi! Spen­cer, die in Mep­pen kei­ne Unbe­kann­ten sind. 2017 waren sie zu Gast auf dem Klein­stadt­fest und schon im April 2013 im alten Jam an der König­stra­ße. Letzt­ge­nann­ter Auf­tritt zog damals übri­gens einen klei­nen Ver­riss in einem Mep­pe­ner Inter­net­blog nach sich und Sän­ger Sven Bens­mann wur­de am ver­gan­ge­nen Frei­tag nicht müde in sei­nen Ansa­gen des Öfte­ren auf die­sen Sach­ver­halt anzu­spie­len.

Besag­ter Sven Bens­mann ist vie­len Mep­pen­ern übri­gens abseits von sei­ner Band bekannt, da er als Come­di­an und Mode­ra­tor seit eini­gen Jah­ren die sehr erfolg­rei­che Ver­an­stal­tungs­rei­he „Klein­stadt­co­me­dy“ in der Kreis­stadt prä­sen­tiert. Ein Talent, das ihm bei Hi! Spen­cer zugu­te­kommt, ins­be­son­de­re in den Ansa­gen und komö­di­an­tisch vor­ge­tra­ge­nen Ver­kaufs­hin­wei­sen zum Band­merch.

Musi­ka­lisch hat­ten die Osna­brü­cker ihr zwei­tes Album im Gepäck und boten einen main­strea­m­ori­en­tier­ten Sound zwi­schen Indie­rock und Punk mit deut­schen Tex­ten, der ab und zu an Jupi­ter Jones erin­ner­te. Vie­le Fans waren von aus­wärts ange­reist, wie Auto­kenn­zei­chen aus Leer und Aurich bewie­sen. Von Beginn an wur­de von den cir­ca 130 Gäs­ten begeis­tert mit­ge­klatscht und mit­ge­sun­gen und das Stim­mungs­le­vel war ent­spre­chend hoch. Das Team vom Jam fuhr dazu eine beein­dru­cken­de Licht­show auf. Nach cir­ca 90 Minu­ten spiel­ten Hi! Spen­cer schließ­lich ihre letz­te Zuga­be, bei der fast das gesam­te Publi­kum noch ein­mal den Text mit­sang und so einen gelun­ge­nen Kon­zert­abend wür­dig abschloss.

Wer Hi! Spen­cer am ver­gan­ge­nen Frei­tag ver­passt hat, kann das am 27. Juli auf dem Mep­pe­ner Klein­stadt­fes­ti­val nach­ho­len, denn dort wer­den die Osna­brü­cker eben­falls auf der Büh­ne ste­hen. Das wei­te­re Pro­gramm im Jam umfasst in den kom­men­den Wochen Irish Folk mit Dréi­mi­re (28. Mai), Punk­rock auf dem „Boo­ze Crui­se Pre Fest Vol. III“ (6. Juni) und Poe­try Slam beim „Slam am Jam“ (14. Juni). Infor­ma­tio­nen zu den Ver­an­stal­tun­gen gibt es unter: www.jam-meppen.de. (Text und Bild: Bernd Fischer, NOZ).

25 Jahre Meppener Kultband Wonderland

Vie­le Freun­de, Ver­wand­te und dazu natür­lich die vie­len Fans der Mep­pe­ner Band Won­der­land haben zusam­men mit den Musi­kern das 25jährige Bestehen der Rock-Pop-Kapel­le im Mep­pe­ner JAM gefei­ert.

Ingo Brüm­mer, Mar­tin Tra­nel, Kars­ten Stre­eck, Chris­toph Becke­ring und Cars­ten de Groot, haben bei ihrem Jubi­lä­ums-Gig auch meh­re­re „musi­ka­li­sche Weg­be­glei­ter“ auf die JAM-Büh­ne geholt, und so wur­de es ein groo­ven­des Hap­pe­ning für alle, die an die­sem Sams­tag­abend dabei waren. Natür­lich stan­den sämt­li­che selbst geschrie­be­nen Won­der­land­hits wie „Morning Light“, „Heart­land“ und „Stay“ auf der Set­list der Mep­pe­ner Band. Ein­ge­lei­tet wur­de das Jubi­lä­ums­kon­zert mit einem atmo­sphä­ri­schen Syn­the­si­zer-Sam­ple-Intro und einer Foto­col­la­ge auf der Lein­wand hin­ter den Musi­kern. Bei „Feel“ ging es dann für die Musi­ker „On Sta­ge“.

Neu bei Won­der­land ist, dass die jetzt auch eini­ge deut­sche Lie­der ins Pro­gramm auf­ge­nom­men haben, etwa „Novem­ber­tag“, das auf ihrer zwei­ten Plat­te als hid­den Track zu hören war. Dazu gab es die Urauf­füh­run­gen von „Alles auf Anfang“, „Wun­der gesche­hen“ und „Solan­ge du da bist“. Und auch der ältes­te Won­der­land-Song „Every Day“ durf­te nicht feh­len. Es gab dyna­mi­sche Rock­mu­cke, den Sound der 1990er und roman­ti­schen Bal­la­den aufs Ohr. Das alles im kna­cki­gen Sound und mit musik­hand­werk­li­chem Kön­nen.

Auch die musi­ka­li­schen „Büh­nen­gäs­te“ Ulrich Kaß­burg, Eike Kum­brink, Jens Weken­borg, Anna Schrö­er, Chris­ti­an Ahlers, Vol­ker Brüm­mer und Jonas Egbers zeig­ten was sie so drauf haben und ern­te­ten dafür lau­ten Sze­nen­ap­plaus.

Das war eine span­nen­de, unter­halt­sa­me Zeit­rei­se, begin­nend in den spä­ten 1980ern bis hin­ein in die Gegen­wart und „Won­der­land-Zukunft“, gespickt mit akus­ti­schen und bild­li­chen Erin­ne­run­gen. (Text: G. Meck­len­borg, NOZ)

Begeisternde Kleinstadtcomedy

Für zahl­rei­che Gags, gekonn­te Poin­ten und das Lachen von mehr als 580 Zuschau­ern haben bei der Klein­stadt­co­me­dy im Mep­pe­ner Thea­ter vier Come­di­ans und Mode­ra­tor Sven Bens­mann gesorgt. (T. & B.: H. Sche­pers, NOZ)

Bens­mann mode­rier­te die Show bereits zum fünf­ten Mal – gewohnt sou­ve­rän. Mit gekonn­ten Gags, ori­gi­nel­len Gesangs­dar­bie­tun­gen und wit­zi­gen Spie­len zwi­schen den Come­dy-Auf­trit­ten schaff­te er es, das Publi­kum auf sei­ne Sei­te zu zie­hen. Dass dabei der eine oder ande­re Scherz auf Kos­ten eines Zuschau­ers ging oder der Mode­ra­tor über ems­län­di­sche Eigen­ar­ten wit­zel­te, nahm das Publi­kum lachend hin. Eine wah­re Gag­s­al­ve feu­er­te Bens­mann ab, als er Wit­ze zu Melo­di­en der Band Echt vor­sang, wäh­rend ihn Jan Nier­mann am Kla­vier beglei­te­te. Das Publi­kum hono­rier­te sei­ne Auf­trit­te mit dröh­nen­dem Geläch­ter und viel Applaus.

Sympathisch und humorgeladen

Tobi Freu­den­thal star­te­te als ers­ter Come­di­an an die­sem Abend und gewann das Publi­kum schnell mit sei­ner sym­pa­thi­schen und humor­ge­la­de­nen Sicht auf die Welt für sich. Ein fes­tes The­ma hat­te er nicht, son­dern plau­der­te mun­ter über Din­ge, die ihn beschäf­ti­gen, etwa wie For­scher her­aus­fin­den, war­um vie­le Eis­bä­ren Links­hän­der sind oder über sei­ne Angst nach einem Hor­ror­film­abend. „Kennt ihr das, wenn ihr einen Hor­ror­film wie Hal­lo­ween geschaut habt und dann abends vor dem Spie­gel steht und euch nicht mehr traut hoch­zu­se­hen?“, frag­te Freu­den­thal das Publi­kum. „Es könn­te ja ein Kil­ler hin­ter euch ste­hen.“ Er selbst ducke sich dann und lau­fe auto­ma­tisch wie eine Krab­be unter dem Spie­gel her. „Natür­lich ist das völ­lig absurd. Wenn da wirk­lich ein Kil­ler steht, beein­druckt den das doch nicht, dass ich wie eine Krab­be lau­fe. Der haut mir höchs­tens erst die Sche­ren ab und bringt mich dann trotz­dem um.“

Der gelern­te Buch­hal­ter Tim Whel­an gestand, dass er vor sei­nem Berufs­wech­sel zum Come­di­an beim Small­talk auf Par­tys nicht unbe­dingt punk­ten konn­te. „Wenn jemand fragt, was du arbei­test und du ant­wor­test, dass du Buch­al­ter bist, heißt es oft: Tschüss“, berich­te­te Whel­an und ergänz­te: „Heu­te kann ich sagen, dass ich Come­di­an bin. Dann sagen die Leu­te: Komisch, du siehst aus wie ein Buch­hal­ter.“ Dane­ben ließ sich der Eng­län­der genüss­lich über bri­ti­sche und deut­sche Eigen­ar­ten aus. Er selbst sei kein bri­ti­scher Patri­ot. Nur in einem Punkt habe er etwas mit sei­nen Lands­leu­ten gemein­sam: „Ich bin mal ein­ge­schla­fen und als ich auf­wach­te, hat­te ich einen furcht­ba­ren Son­nen­brand. Dabei waren es 16 Grad, es war bewölkt, ich war in mei­ner Woh­nung und nur das Licht in mei­ner Kühl­schrank­tür brann­te.“ Gelun­gen waren auch Whel­ans ori­gi­nel­le Gesangs­dar­bie­tun­gen.

Erfahrungen als Sozialarbeiter

Falk Schug ließ sei­ne Erfah­run­gen als Sozi­al­ar­bei­ter in sein Come­dy-Pro­gramm ein­flie­ßen. „Wenn ich die Kids fra­ge, was ein Sozi­al­ar­bei­ter macht, höre ich immer, dass das ein Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ger ist, der arbei­tet. Was den Lohn angeht, könn­te das sogar stim­men“, sag­te Schug. Manch­mal müs­se er die Namen von Kin­dern aus Pro­blem­fa­mi­li­en auf­neh­men. Ein­mal habe er eine Mut­ter befragt, die alle ihre sie­ben Kin­der Sascha genannt hat­te. Auf die Fra­ge, was die Mut­ter mache, wenn sie nur ein bestimm­tes Kind her­ru­fen wol­le, habe die­se geant­wor­tet: „Dann ruf ich sie beim Nach­na­men.“ Dane­ben kamen The­men wie Rita­lin oder das Nase­po­peln auf, das nicht nur bei Kin­dern, son­dern auch bei Erwach­se­nen weit ver­brei­tet sei, wie Schug fest­stell­te. „Ich habe mal eine Frau im Auto gese­hen, die war rich­tig hübsch, aber die war am Boh­ren. Ich dach­te, der Fin­ger in ihrer Nase kommt gleich aus dem Kof­fer­raum wie­der raus.“

Ehemaliger Herrenausstatter

Zum Ende des Abends leg­te Ben­ni Stark mit sei­nem Auf­tritt noch ein­mal kräf­tig nach. Der ehe­ma­li­ge Her­ren­aus­stat­ter nahm die klei­nen Tücken des All­tags und die aber­wit­zi­gen Bege­ben­hei­ten sei­nes Fami­li­en- und Bezie­hungs­le­bens aufs Korn und traf damit genau den Nerv des Publi­kums, das aus dem Lachen nicht mehr her­aus­kam. So berich­te­te Stark von sei­ner 83-jäh­ri­gen Oma, die mit ihrem tro­cke­nen Humor stän­dig für Wir­bel sor­ge: „Mei­ne Oma hat sich neu­lich einen Lap­top gekauft. Der Ver­käu­fer fragt, ob sie eine Garan­tie­ver­län­ge­rung möch­te. Mei­ne Oma: Sind sie ver­rückt? In mei­nem Alter kauft man nicht mal mehr grü­ne Bana­nen.“

Als Kla­mot­ten­ver­käu­fer habe er in sei­nen Berufs­all­tag so man­che absur­de Situa­ti­on erlebt. „Wenn die Frau mit ihrem Mann in den Laden kommt, hat Mann hat ja grund­sätz­lich nichts mehr zu sagen“, stell­te Stark fest. Inner­halb von Minu­ten sich­te die Gat­tin die gesam­te Laden­aus­la­ge. „Die Dame hat dann zehn bis hun­dert Anzü­ge im Arm. Die nächs­ten Kun­den fra­gen schon, wo die Her­ren­ab­tei­lung ist und ich so: In der Umklei­de­ka­bi­ne.“

Die Zuschau­er zeig­ten sich begeis­tert und hono­rier­ten den gelun­ge­nen Auf­tritt der Come­di­ans am Ende der Ver­an­stal­tung mit minu­ten­lan­gem Applaus. 2020 sei eine wei­te­re Auf­la­ge der Klein­stadt­co­me­dy in Mep­pen geplant, wie Bens­mann ankün­dig­te.

Tickets gibt es bei TIM, im JAM oder online hier!

Ereignisreiches Metalspektakel im JAM

An einem sehr gut besuch­ten Abend im Jugend- und Kul­tur­zen­trum Jam in Mep­pen hat das Publi­kum bei „Death Tria­de Part 1“ ein mehr als gelun­ge­nes Kon­zert mit den extre­men Spiel­ar­ten des Metal erlebt. (T. u. B.: B. Fischer, NOZ)

Zwar begann die Ver­an­stal­tung an der Mep­pe­ner Blei­che mit der krank­heits­be­ding­ten Absa­ge der Braun­schwei­ger For­ma­ti­on Goats Rising denk­bar schlecht. Den bei­den Bands Home Rea­red Meat und Dis­min­ded gelang es aber, mit Deep Dir­ty ent­spre­chen­den Ersatz zu besor­gen.

Death Metal und Grind­core war bei der „Death Tria­de Part 1“ ange­kün­digt. Wer des­halb schwarz­ge­klei­de­te, fins­te­re Typen auf der Büh­ne erwar­te­te, wur­de aller­dings gleich von Dis­min­ded eines bes­se­ren belehrt. Das Quar­tett aus Wesel betrat in Bades­horts und Hawaii­hem­den die Büh­ne und gab gleich zu Beginn den Schlacht­ruf „Dis­co Dis­co Par­ty Par­ty“ aus. Musi­ka­lisch gab es aller­dings Voll­be­die­nung in Sachen Todes­me­tall, wobei beson­ders der Gitar­rist immer wie­der gelun­ge­ne Soli und Melo­di­en ein­streu­te.

Voodoostab

In Sachen Show mach­te Dis­min­ded auch nie­mand etwas vor. Der gro­ße Voo­doo­st­ab des Sän­gers Kevin hät­te wahr­schein­lich sogar einen Screa­m­in‘ Jay Haw­kins stolz gemacht, das Publi­kum wur­de aber letzt­end­lich zwi­schen Growls und Pig Sque­als mit bun­ten Schwimm­nu­deln bewor­fen. Und nach­dem der Front­mann bereits einen Groß­teil des Sets im Zuschau­er­raum ver­bracht hat­te, stürm­te das Publi­kum als Höhe­punkt beim letz­ten Song schließ­lich selbst die Büh­ne.

Die Par­ty­stim­mung war also bereits nach der ers­ten Band ziem­lich hoch, Home Rea­red Meat konn­ten das aber tat­säch­lich noch top­pen. Wäh­rend Dis­min­ded modisch den hawaii­ani­schen Stil ver­tra­ten, enter­ten Home Rea­red Meat in Red­neck-Hin­ter­wäld­ler-Out­fits die Büh­ne. Der ers­te Song war dem­entspre­chend eine irre Mix­tur aus pri­mi­ti­vem Coun­try und Grind­core, bei dem sogar ein Ban­jo gekonnt zum Ein­satz gebracht wur­de. Im wei­te­ren Ver­lauf unter­mau­er­ten die Ems­län­der ihren Ruf als inten­si­ve, berüch­tig­te und posi­tiv ver­rück­te Live­band. Eine Show, die man selbst gese­hen haben muss, bei der am Ende Hem­mun­gen und Klei­dungs­stü­cke fie­len.

Exotischer Auftritt

Der Braun­schwei­ger Deep Dir­ty bot als letz­ter Act dann noch einen exo­ti­schen Auf­tritt, den wohl kaum ein Mep­pe­ner in der Form schon ein­mal erlebt hat­te. Wäh­rend sei­ne Drums von einem Tablet abspiel­ten, stand der Solo­künst­ler im wei­ßen Anzug mit mexi­ka­ni­scher Wrest­ling­mas­ke und E‑Gitarre auf der Büh­ne und prä­sen­tier­te hef­tigs­ten Noi­se-Gore­grind. Sehr spe­zi­ell und sicher­lich nicht jeder­manns Sache, was ihn aber nicht davon abhielt, in vol­ler Kluft im Zuschau­er­raum den ein oder ande­ren Cir­cle Pit anzu­füh­ren. Auch hier fei­er­ten eini­ge Gäs­te des mit cir­ca 150 Zuschau­ern sehr gut besuch­ten Kon­zerts noch ein­mal aus­ge­las­sen.

Das Musik­pro­gramm im Jugend- und Kul­tur­zen­trum Jam geht wei­ter mit The What!? und Won­der­land am 30. März sowie den Dry Dudes und Band am 20. April. Wei­te­re Infos unter www.jam-meppen.de.

Fotoabend des Heimatvereins Meppen ein voller Erfolg! Sendung online!

Der Hei­mat­ver­ein Mep­pen hat­te erneut alle Inter­es­sier­ten zu einem his­to­ri­schen Foto­streif­zug ins Mep­pe­ner Jugend- und Kul­tur­zen­trum JAM ein­ge­la­den. Im Blick­punkt stan­den die Hase­stra­ße, die Ems­stra­ße und der Pünt­kers Patt. An dem Abend konn­ten die Besu­cher wie­der über All­tags­ge­schich­ten ins Gespräch kom­men. Das Hotel War­ren, die alte Feu­er­wa­che, das frü­he­re Elek­tri­zi­täts­werk oder auch tra­di­ti­ons­rei­che Geschäf­te und Hand­werks­be­trie­be sorg­ten für Gesprächs­stoff und reg­ten alle Alters­grup­pen zum Gedan­ken­aus­tausch an.
Alle, die den äußerst inter­es­san­ten, unter­halt­sa­men und stim­mungs­vol­len Foto­abend des Hei­mat­ver­eins im JAM nicht mit­ver­fol­gen konn­ten, kön­nen sich hier die Ver­an­stal­tung als TV-Mit­schnitt des JAM-Teams nun noch mal als Auf­zeich­nung anschau­en. Viel Spaß! https://www.youtube.com/watch?v=cwmkYCayo5g